The ROTEX SCREW NEEDLE BIOPSY INSTRUMENT ® 
Einsatz des Instruments PDF
Konstruktion des Instruments
Die Gewindenadel (Abb.B) besteht aus einem 0,55 mm dicken, rostfreien
Edelstahlstift mit einem kleinen Griff am proximalen Ende. Die distalen
16 mm des Stifts formen ein spitz zulaufendes Gewinde mit Schnittkerbe.
Die Nadel befindet sich in einer Stahlkanüle mit einem äußeren
Durchmesser von 0,8 bzw. 1,0 mm (entspricht Nadelgröße Ga 21-22).

Die Länge der Kanüle (Abb.C) entspricht der Gewindenadel. Trotz
ihres geringen Durchmessers ist die Gewindenadel mit der 0,8 mm Kanüle
stark genug, um zur Entnahme von Zellmaterialproben aus dem Gewebe eingeführt
werden zu können.

Die Kunststoffnabe der Kanüle hat die Form einer Spiralschraube,
die in die Zähne des dazugehörigen Instrumentenhalters (Abb.E)
paßt. Gewindenadel und Kanüle werden durch die Verschlußklappe
(Abb.D) des Instrumentenhalters festgehalten. Beim Einführen des
Instruments befindet sich die Gewindenadel in einer geschützten Position
in der Kanüle. Auch beim Herausnehmen des Instruments befindet sich
die Gewindenadel in der Kanüle. Somit ist das Risiko, daß Zellmaterial
beim Entfernen des Instruments in das umliegende Gewebe gelangt, auf ein
Minimum beschränkt.
Zusammenbauen des Instruments
1) Öffnen Sie die Verschlußklappe des Instrumentenhalters.
2) Entfernen Sie die Kanüle mit der darin enthaltenen Gewindenadel
aus der Schutzverpackung und führen sie in die zwei Schlitze am Kopf
des Instrumentenhalters mit der Spiralnabe der Kanüle gegen die Rückwand
des Instrumentenhalters ein (Abb.D und F). Ziehen Sie nun den Griff der
Gewindenadel zurück, bis das Gewinde sich völlig innerhalb der
Kanüle befindet.
3) Bringen Sie die Verschlußklappe nach oben in Verschlußposition,
wobei die Kanülnabe gegen die Rückwand des Instrumentenhalters
gehalten wird. Nun ist das Instrument einsatzbereit.
Vorbereitung der Einstichstelle
1) Nachdem Sie eine geeignete Einstichstelle bestimmt haben, säubern
und betäuben Sie die Haut im darunterliegenden Gewebe.
2) Mit Hilfe einer gewöhnlichen 1,5 mm dicken Einmalnadel schaffen
Sie dann einen Punktionskanal durch die Haut.
Entnahme einer Zellmaterialprobe
1) Führen Sie die Kanüle des Rotex Gewindenadel-Biopsieinstruments
in den Punktionskanal ein und führen sie unter biplanarer Fluoroskopie,
CT- oder Ultraschallkontrolle bis an das Gewebes heran, aus dem die Probe
entnommen werden soll (Abb.F).

2) Durch Drehen des Griffs der Gewindenadel im Uhrzeigersinn führen
Sie den 16 mm langen Gewindeteil in das Gewebe, aus dem die Probe entnommen
werden soll (Abb.G). Sollten Sie hierbei auf starken Widerstand stoßen,
drehen Sie die Gewindenadel maximal fünfmal. Somit vermeiden Sie
das Verbiegen der Gewindenadel.
Ziehen Sie nun die Nadel in die Kanüle zurück, drücken
sie dann wieder nach vorne und drehen sie weitere fünfmal in das
Gewebe.
Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die gesamte Länge des Gewindeteils
der Nadel in die Läsion eingeführt ist. Bei Läsionen in
Weichteilen wird die Gewindenadel zwei- bis dreimal in das Gewebe eingeführt
und wieder herausgezogen und dann in ihrer geschützten Position in
der Kanüle befestigt.
3) Nachdem der Gewindeteil der Nadel in das Gewebe eingeführt ist,
wird die Spiralnabe der Kanüle gegen den Uhrzeigersinn gedreht, bis
sich der Gewindeteil in seiner geschützten Position in der Kanüle
befindet (Abb.H). Die Gewindenadel, in deren Kerben sich das bei der Probe
entnommene Gewebe und Zellmaterial befindet, wird nun von der Kanüle
in ihrer geschützten Position festgehalten. Sollte sich beim Drehen
der Spiralnabe verstärkter Widerstand zeigen, kann dies bedeuten,
daß die Spitze der Nadel verbogen ist. Ein Erzwingen der Drehung
der Nabe kann die Nadelspitze noch weiter verbiegen. Im Zweifelsfall ziehen
Sie die Gewindenadel einfach in die Kanüle zurück.
4) Nach vollendeter Probeentnahme ziehen Sie das Instrument heraus, und
entfernen Kanüle und Gewindenadel aus dem Instrumentenhalter.
Entnahme des gesammelten Zellmaterials
1) Drücken Sie die Gewindenadel aus der Spitze
der Kanüle. Halten Sie die Nadel gegen ein Glasplättchen (Abb.I) und
tragen Sie Abstriche des Materials auf.

2) Das in den Kerben der Nadel aufgenommene Material entfernen Sie, indem
Sie die Gewindenadel an der Kante des sterilen Glasplättchens entlang
gegen den Uhrzeigersinn drehen (Abb.J). Die Fragmente werden dann in Formalin
fixiert. Auf diese Weise gewonnenes Zell- und Gewebematerial kann eingebettet
und dann wie eine gewöhnliche histologische Probe behandelt werden.
3) Nach Entfernen der Gewindenadel aus der Kanüle sollte eine gewöhnliche
Spritze an der Kanüle angebracht werden, um deren Inhalt auszublasen.
Dieses Material kann dann ebenso als Abstrich und zur Mikroskopie auf
ein Glasplättchen ausgespritzt und auf einen bakteriologischen Nährboden
übertragen werden.
Einige Vorteile
Mit dem Rotex Gewindenadel-Biopsieinstrument lassen sich auf einfache, sichere Art hochzuverlässige Proben entnehmen. Da das Material exidiert und nicht aspiriert wird, werden komplette Zellklumpen anstelle einzelner Zellen entnommen. Somit wird mit dem Rotex Gewindenadel-Biopsieinstrument eine Mindestgenauigkeit bei der Diagnostik von 95 % bei der Probenentnahme von Lungen- und nichttastbaren Brusttumoren erreicht. Der Durchmesser der Instrumentenkanüle beträgt 0,8 oder 1,0 mm, was die geringe Anzahl gemeldeter Komplikationen erklärt.
Das Instrument ist einfach anzuwenden. Es benötigt nur ein Minimum an Platz unter einem Vergrößerungsgerät.
Dank des Instrumentenhalters befindet sich die Hand der Examinierenden außerhalb des Röntgenstrahls.
Die Probenentnahme erfolgt effizient über einen Bereich von 16 mm entsprechend der Gewindesteigung der Gewindenadel. Dies vergrößert die Möglichkeit, repräsentative Proben zu erhalten. Die Gewindenadel und die Kanüle bilden zusammen das Schneidinstrument, wobei die Gewindenadel das Gewebe stabilisiert, während die Kanüle eingedreht wird. Auf diese Art wird Gewebematerial gesammelt, bevor es extrahiert wird. Das Material von fibrösen, inflammierten Läsionen sowie hoch organisiertes Gewebe wie z.B. gutartige Tumore können somit ebenfalls entnommen werden. Das Material ist hochkonzentriert und wird nicht durch Gewebeflüssigkeit und Blut verdünnt, wie dies bei der Aspirationsbiopsie der Fall ist. Dies vereinfacht die mikroskopische Untersuchung des Materials. Häufig werden relativ große Zellflocken und zusammenhängendes Gewebe erhalten. Die Gewebeklumpen, die aus organisiertem Gewebe entnommen werden, ermöglichen die Behandlung des Materials mit histologischen Techniken.
Das Material aus der Gewindenadel kann zur bakteriologischen Untersuchung direkt auf das Kulturmedium inokuliert werden.
Die Abmessungen des Instruments wurden optimiert, um Traumen zu minimieren und die Stabilität zu maximieren. Der letztgenannte Faktor ist für eine präzise Probenentnahme wichtig. Auf diese Art kann eine unnötige Insertion der Kanüle in verschiedene Richtungen vermieden werden.
Die Gewindenadel sitzt geschützt im Inneren der Kanüle, wenn die Gewindenabe distal im Instrumentenhalter positioniert ist. Somit wird das Risiko, das Zellmaterial des Tumors beim Entfernen des Instruments in das umliegende Gewebe gelangt, auf ein Minimum beschränkt.
Anwendungsbereiche
Das Rotex-Instrument wurde ursprünglich für die Biopsie von
Lungenläsionen entwickelt. Es erwies sich jedoch als ebenso geeignet
für die Biopsie anderer Organe wie Leber, Nieren, Lymphknoten, Brustgewebe,
usw. Dieses Instrument eignet sich sogar für die Biopsie von malignen
Knochenläsionen. In diesem Fall muß zuerst eine Leitkanüle
im Durchmesser von 1,5 mm durch das darüberliegende Weichteil und
die normalen Knochenstrukturen eingeführt werden. Das Gewindenadel-Biopsieinstrument
wird dann durch diesen Kanal eingeführt. Die Entnahme des Probematerials
wird dann, wie oben für Biopsien bei Weichteilen beschrieben, durchgeführt.
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